Ein Vorbild in Hörde: die neue Feuerwache 4

Von Heike Thelen am 22. Oktober 2008 18:35 Uhr

HÖRDE Wieder einmal ist Hörde Vorbild für die ganze Republik: Die neue Feuerwache 4, die ab Dezember an der Zillestraße entstehen soll, ist stadtweit das erste und bundesweit das hundertste Hochbauprojekt, das die öffentliche Hand gemeinsam mit privaten Partnern realisiert.

 

Gasometer und der Hochofen auf Phönix-West bilden die Kulisse, vor der die neue Feuerwache 4 an der Zillestraße entstehen soll.

Skizze: Planungsbüro

Grund für Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das Dortmunder Projekt als „hochinteressant und richtungsweisend“ für andere Städte zu loben. Und das vor allem, weil die Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand und Privaten (Public Private Partnership, kurz PPP) vorbildlich mittelständische Unternehmen einbindet: das Bauunternehmen Derwald und A. Frauenrath Bauconzept aus Heinsberg, die an der beauftragten Objektgesellschaft beteiligt sind.

Weithin sichtbar, für 15,9 Millionen Euro

Auch mit dem weithin sichtbaren Turm, der sich je nach Stand eines Brandeinsatzes verfärbt, soll die Feuerwache, die für 15,9 Millionen Euro realisiert wird, ab Ende nächsten Jahres für Aufsehen sorgen. „Bei Brandeinsätzen wird sich die Edelstahlbespannung auf zwei Seiten des Turms von Grün auf Rot verfärben, und während gelöscht wird, langsam in eine blaue Färbung wechseln“, erläutert Architekt Thomas Pape das geplante Farbenspiel. Auch das Energiekonzept, das mit Brauchwassernutzung, Thermosolar- und Holz-Pellet-Heizungsanlage gänzlich ohne fossile Energie auskommt, ist für Bauprojekte dieser Dimension vorbildlich.

Schneller bauen, Qualität sichern

Ebenso wie die Einsparungen durch die privat-öffentliche Kooperation. „In diesem Fall stehen rund 13 Prozent niedrigere Kosten gegenüber der Eigenrealisierung zu Buche. Wir können schneller bauen und haben Qualität langfristig gesichert“, beziffert Stadtdirektor Ullrich Sierau die Vorteile der Zusammenarbeit, die auch die Gebäudeunterhaltung für 30 Jahre auf die Objektgesellschaft überträgt.

Das weit verbreitete Vorurteil, PPP sei eine Privatisierung öffentlicher Aufgaben, entkräftet Großmann mit der Zusage: „Auch in Zukunft wird die öffentliche Aufgabe der Feuerwehr nicht von Heuschrecken erledigt, sondern von Feuerwehrleuten. Und auch die Stadt bleibt in ihrer Verantwortung“.

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